Eine Göttin im Christentum?

Mit dieser brenzligen Frage heiße ich alle BesucherInnen herzlich auf meiner Seite willkommen! Das Titelbild dieser Homepage zeigt Jesus und Maria Magdalena als Göttliches Paar. Es ist ein Glasfenster in der Kilmore Church zu Dervaig, Schottland. Aufgrund dieser Darstellung ergeben sich zahlreiche Fragen, die ich in meinem neuesten Buch verarbeitet habe. Meine Recherchen führten mich zu Fragen wie:
Hatten Jesus und Maria Magdalena ein Verhältnis? Waren sie gar verheiratet? Immer mehr scheint darauf hinzudeuten, dass dem so war. Und nicht nur das: Maria Magdalena kann man sogar als Göttin bezeichnen, im selben Sinn wie Jesus Gott genannt wird. Zahlreiche mythologische Zusammenhänge offenbaren uns diese Frau als Inkarnation der Großen Mutter. Kein Wunder, dass sie von der Kirche diffamiert wurde.

Es ist schon eine ketzerische Frage, nicht wahr? Eine Frage, über die sich Viele wohl auch wundern werden. Seit Jahren sieht es so aus, als ob es mit dem Christentum langsam zuende geht. Immer mehr Menschen wenden sich von den Kirchen ab, die Zahl der Kirchenaustritte pro Jahr ist dramatisch, geht in die Tausende. Wo liegen die tieferen Gründe? Missbrauchsskandale oder die zweifelhafte Rolle der Kirchen als schlechte Arbeitgeber kratzen nur an der Oberfläche, sind lediglich Symptome eines kranken Christentums. Auch das sture Festhalten vor allem der Römisch-Katholischen Kirche an bestimmten Dogmen und Lehren sowie ihre Weigerung, Frauen zum Priesteramt zuzulassen, mögen eine Rolle spielen. Die wahren Gründe liegen meiner Ansicht nach jedoch noch viel tiefer. Der wichtigste Grund ist:


Seit fast zwei Jahrtausenden werden wir belogen

Die Menschen spüren, dass sie belogen werden. In den vergangenen Jahrhunderten besaß die Kirche Macht genug, um ihre Lügen den Menschen aufzuzwingen. Doch damit ist es nun vorbei, auch wenn die Kirchen vor allem an den Hochschulen noch immer einen nicht zu unterschätzenden Einfluss haben. Vor allem seit dem 20. Jahrhundert beginnt nicht nur die Intelligenzia, sondern auch die breite Masse immer mehr und mehr zu erwachen, wird sich den kirchlichen Lügen, die uns so lange aufoktroyiert wurden, bewusst. Die Folge davon ist, dass man sich von den Kirchen abwendet. In vielen Talkshows sind die Geistlichen in einer aussichtlosen Position; es fällt ihnen immer schwerer, ihre alterhergebrachten Lehren zu verteidigen.
Worin jedoch besteht nun die Hauptlüge, um die es eigentlich geht? Die Antwort ist: Uns wird ein falsches Gottesbild vorgespiegelt, und das etwa seit dem 4. Jahrhundert. Denn das Dogma vom männlichen Gott in dreifacher Ausfertigung, dem die Mutter Jesu als brave Magd dienen darf, wurde vor allem in diesem Zeitraum verfestigt. Das Gottesbild, in dem der Mann der Herr, die Frau seine Dienerin und Unterdrückte ist, führte zu einer katastrophalen Sexualmoral und einer stets vorhandenen, latenten Unzufriedenheit im Volk. Jesus selbst hatte da noch ganz andere Ansichten. Er behandelte die Frauen mit Achtung und gab ihnen die Würde zurück, die ihnen bereits die Jahwisten seit langer Zeit genommen hatten. Jesu Aussagen über die Ehe, in der Mann und Frau gleichberechtigt sind, leitet er von der Gottebenbildlichkeit des Menschen in der Genesis ab, und wenn wir diese genauer untersuchen, stellen wir fest, dass nicht ein einzelner männlicher Gott die Welt und den Menschen erschuf, sondern, wie es im hebräischen Urtext heißt, die „Elohim“ – eine Muttergöttin und ein Vatergott, denn das Wort Elohim besteht aus einer weiblichen Wurzel mit einer männlichen Nachsilbe. Göttinnen finden wir auch später in der Bibel unter den Namen Chokmah, Sophia, Ruach und Aschirat. Chokmah-Sophia wurde zu einer Halbgöttin degradiert, und Philo von Alexandrien entfernte den Namen Sophia aus dem Evangelium, um ihn durch den Begriff Logos zu ersetzen – und somit zu vermännlichen. Ebenfalls vermännlicht wurde die Ruach, im Judentum eindeutig weiblich. Aus ihr wurde durch willkürlich falsche Übersetzung der Heilige Geist. Und die Verteufelung von Aschirat (alias Astarte, Anath, Ischtar oder einfach die Himmelskönigin) ist uns durch zahlreiche Bibelstellen belegt.


Maria Magdalena

Die entscheidende Person hinsichtlich des Christentums nun ist Maria Magdalena, die man, wie es vor allem die Gnostiker taten, als Inkarnation der Himmlischen Mutter oder der Göttlichen Sophia auffassen kann. Paulus ignorierte sie absichtlich, Lukas diffamierte sie als Frau, der Jesus Dämonen ausgetrieben habe, Petrus feindete sie an, und Papst Gregor der Große (Lügner) bürdete ihr gleich alle Todsünden auf einmal auf, erklärte sie zur Prostituierten. Während die kanonischen Evangelien sie immerhin als Apostelin und Zeugin der Auferstehung auswiesen, zeichnen die gnostischen Evangelien ein anderes Bild: Gefährtin Jesu, Lichtreine, „Frau, die das All kennt“ (= Frau Weisheit, Dialoge des Erlösers), „Höchste Fülle und höchste Vollendung“ (Pistis Sophia); „allselige Vollheit, die von allen Geschlechtern selig gepriesen wird“ (Pistis Sophia).
In Wahrheit ist diese Frau ebenbürtig mit Jesus Christus, und vermutlich war sie sogar mit ihm verheiratet. Davon zeugen sowohl manche gnostische Evangelien als auch verschiedene Traditionen, wenngleich zumeist in verzerrter und verfälschter Form, so zum Beispiel die Katharer, die so gnadenlos von der Römisch-Katholischen Kirche ermordet wurden.
Wirft man einen Blick auf das Ende der Offenbarung des Johannes, so kann man, symbolisch als Neues Jerusalem verschlüsselt, die Braut Christi, die auch „Braut des Lammes“ genannt wird, ausmachen. Sie, die lange Zeit verdrängt wurde und bis heute noch verdrängt wird, wie es im prophetischen Buch Micha vorhergesagt ist, wird dann wiederkommen und ihre Göttlichkeit offenbaren. „Möge die Hirtin uns heimrufen!“ schreibt William Sharp in Bezug auf sie. Und in seinem Essay über die schottische Insel Iona:
„Ein junger hebridischer Priester erzählte mir: Wie unsere Vorväter und Älteren glaubten und noch glauben, wird der Heilige Geist, der einst als Sterblicher und Sohn Gottes unter uns weilte, erneut wiederkommen, diesmal aber als Tochter Gottes. Der Göttliche Geist wird als Frau wiederkommen. Dann wird das erste Mal Friede auf der Welt sein.“
Dem liegt der Glaube zugrunde, dass Jesus die Kreuzigung überlebte und mit Maria Magdalena und Familie via Gallien nach Britannien floh, wo sie etwa im Jahr 36 landeten und dort freundlich empfangen wurden. Nur wenige Jahre danach, anno 42, überfielen die Römer das Land, das bis dahin nie ihr Feind gewesen war. Die heilige Familie floh in die schottischen Highlands, die von den Druiden so erbittert gegen die Römer verteidigt wurden, dass eine Eroberung nicht gelang, und der Kult der Göttin Bride vermischte sich aufgrund ihres Namens (Braut) mit dem Kult der Braut Christi... Man beginnt zu verstehen, dass es wahrlich Gründe genug gab, dies alles zu verheimlichen – und Grund genug, alles in einem Buch zu verarbeiten:
Die Göttin des Christentums: Maria Magdalena. Das Geheimnis der Gefährtin Jesu