Papst Franziskus will Maria Magdalena erhöhen

 

Seit dem frühen Juni 2016 kursiert eine hoffnungsvolle Meldung durch die Presseseiten der Römisch-Katholischen Kirche und interessierte Seiten der Internetgemeinde: Der lange Zeit diffamierten und verdrängten Heiligen Maria Magdalena sollen endlich höhere Weihen zuteil werden, und zwar auf ausdrücklichen Wunsch von Papst Franziskus! Sollte der Wunsch des Pontifex tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, so wäre dies nicht nur ein erster Schritt in Richtung Wiedergutmachung all der Verunglimpfungen dieser Frau selbst, sondern an allen Frauen der Kirche und wenigstens der Römisch-Katholischen Kirche. Die geplante Erhöhung Maria Magdalenas beinhaltet vor allem zwei Hauptpunkte:

 

1) Sie wird künftig den Titel „Apostola Apostolorum“ (Apostelin der Apostel) tragen dürfen. So lautet auch der Titel des Dekrets vom 3. Juni 2016, in dem, wie es heißt, der Papst entschieden habe, Maria Magdalena den anderen Aposteln gleichzustellen. „Apostola Apostolorum“ ist ein Begriff, der schon von Thomas von Aquin (1225-1274) für diese Heilige verwendet wurde. In den Orthodoxen Kirchen hat sie diesen Titel schon seit Jahrhunderten inne, allerdings ohne dass dies in der Kirche selbst positive Folgen für die Frauen gehabt hätte. Das mag daran liegen, dass es sich dort mehr um eine Art Ehrentitel handelt, d. h. es ist keine nähere Bezeichnung eines Amtes, woran sich Konkreteres knüpfen könnte. Wenn dies in der Römisch-Katholischen Kirche besser sein soll, darf es nicht bei der bloßen Verleihung des Titels bleiben, sondern es müssen sich in der Folge weitere Entscheidungen daran knüpfen, welche den Frauen in der Kirche eine günstigere Position verschaffen als bisher. Eine erste Möglichkeit dafür, die sich anbietet, wäre beispielsweise die Wiedereinführung des Diakonats für die Frau – einem Dienst, den sie bereits in urchristlicher Zeit innehatte,1) der jedoch nach der unglückseligen „konstantinischen Wende“2) wieder abgeschafft wurde.

 

Nun, die entscheidende Begründung für die neue Rolle Maria Magdalenas liegt darin, dass sie, laut Franziskus, durch die Überbringung der Osterbotschaft an die verzagten Jünger das „fehlende Bindeglied“ zwischen der Karfreitagsverzweiflung und dem Osterjubel darstelle. Sie ist in seiner Perspektive somit die Frau, die in dem jungen Christentum die Wende zum Guten herbeiführte. Die Tatsache, dass es eine mutige Frau war, die – möglicherweise gemeinsam mit anderen Frauen – in der frühen Stunde des Ostermorgens den gefährlichen Gang zu der Gruft gewagt hatte, in der Jesus ruhte, während die Männer feige zu Hause blieben, soll von nun an ein entscheidender Impuls für die Frauen des Christentums darstellen, eine Aufforderung zu ebenso mutigen Taten! Das von Robert Sarah, dem Präsidenten der Liturgiekongregation, unterzeichnete Dekret betont, dass Maria Magdalena ausdrücklich als „Paradigma für das ministerium von Frauen in der Kirche“ vorgestellt wird. Insofern dürfen wir hoffen, dass den Frauen der Kirche durch die positive Interpretation der Rolle Maria Magdalenas seitens Papst Franziskus tatsächlich eine bessere Zukunft bevorstehen könnte!

 

2) Der bisherige Festtag Maria Magdalenas, der 22. Juli, welcher bislang mehr den Charakter eines Gedenktages hatte, soll eine höhere Bedeutung erfahren: Während die Texte in Messfeier und Stundenbuch unverändert bleiben, wird der Lesung im Gottesdienst eine so genannte Präfation hinzugefügt – ein Text, der die einleitenden Worte zum Hochgebet beinhaltet. Alle Apostel außer Petrus und Paulus(!) haben eine eigene Präfation, im deutschen Messbuch außerdem noch Elisabeth von Thüringen und die Heilige Hedwig. Wenigstens in diesem Punkt also würde Maria Magdalena damit über Paulus gestellt werden – den Unglücksraben, der die Lehren Jesu Christi so sehr verfälschte und dadurch die Grundlage für den frühen Niedergang des Christentums legte!

 

Die neue Präfation soll insbesondere zum Ausdruck bringen, „dass Christus Magdalena den Aposteln gegenüber mit dem Apostelamt geehrt habe“. Zu beachten ist hierbei, dass der lateinische Text im Dekret nicht das Wort „ministerium“, sondern „officium“ verwendet. Dies spricht theoretisch mehr für eine Tendenz in Richtung Diakonin, weniger Priestertum der Frau. Allerdings muss hier noch die deutsche Übersetzung der Präfation, welche von den Bischofskonferenzen erstellt wird, abgewartet werden.

 

Erwähnenswert ist zum Schluss noch das Begleitschreiben von Arthur Roche, dem Sekretär der Liturgiekongregation: Darin weist er darauf hin, dass der „aktuelle kirchliche Kontext“ dazu aufrufe, „tiefer über die Würde der Frau“ nachzudenken. Denn, so Roche: „Maria Magdalena ist das Beispiel einer wahren, authentischen Verkünderin der Frohen Botschaft: einer Evangelistin, die die froh machende, zentrale Botschaft von Ostern verkündet.“ Neben der Feststellung, dass Maria Magdalena mit Sicherheit zum Kreis der Jünger Jesu gehörte, ihm bis zum Kreuz folgte und die erste Zeugin seiner Auferstehung und Göttlichen Barmherzigkeit wurde, zieht er eine Parallele der Gartenszene der Osterereignisse zum zweiten Schöpfungsbericht der Genesis, welcher von Adam und Eva im Garten erzählt. In seiner Exegese wird Maria Magdalena zur Neuen Eva und damit übernimmt ihren alten Rang, der im Glauben der Kirche einst auf die Mutter Jesu übertragen wurde.

 

Die Anerkennung Maria Magdalenas als Apostelin und Jüngerin könnte eine Nebenwirkung nach sich ziehen, die bislang vielleicht nicht so sehr berücksichtigt wurde: Die Diskussionen über Leonardo Da Vincis berühmtes Gemälde „Abendmahl“, die davon ausgehen, dass hier Maria Magdalena im Kreis der Jünger sitzt, links neben Jesus, ihm liebevoll zugeneigt, werden dadurch zweifellos neue Nahrung finden. Offenbar hatte Da Vinci tatsächlich zu seiner Zeit bereits ein Wissen, welches nun durch Papst Franziskus’, Robert Sarahs und Arthur Roches Sichtweise auf Maria Magdalena eine gewisse Bestätigung zu finden scheint.

 

Anmerkungen

1) Siehe hierzu die Arbeit von Adolf Kalsbach: Die altkirchliche Einrichtung der Diakonissen bis zu ihrem Erlöschen, Freiburg 1926.
2) Kaiser Konstantin der Große (reg. 306-337) machte das Christentum zwar zur Staatsreligion, raubte ihm dafür jedoch den wahren Glauben: Er ließ die Gnostiker, die, wie in der Pistis Sophia (ca. 250-300) zum Ausdruck kommt, besonders Maria Magdalena verehrten, gnadenlos verfolgen und ermorden, zwang die bis dato vegetarisch lebenden Christen zum Essen von Fleisch und schuf auf dem Konzil zu Nicää 325 die Voraussetzungen für eine kirchliche Verehrung der Mutter Jesu. (Näheres siehe bei Klaus Mailahn: - Die Göttin des Christentums: Maria Magdalena), Norderstedt 2013, Abschnitt S. 244-249).

 

 

 

Die Entfaltung der Religion der Großen Mutter

Vor zweieinhalb Jahren, im Jahr 2013, stellte ich in der Einleitung zu dieser Homepage die provokative Frage, ob es eine Göttin im Christentum gibt, und ob es sich dabei um Maria Magdalena handeln könnte. Seit jener Zeit finden sich, besonders in den USA, immer mehr Anzeichen, dass sich das Christentum mit der Religion der Großen Mutter zu vermischen beginnt. Zunehmend werden weibliche Symbole für die Gottheit verwendet, und man definiert immer stärker eine „Gottheit in weiblicher Rolle“. Längst geschieht dies nicht mehr nur bei den Feministinnen und ihrer Theologie, wo dies bereits seit Jahrzehnten der Fall ist, sondern auch im praktischen Glaubensleben, hauptsächlich im privaten und esoterischen, aber durchaus auch im kirchlichen Bereich:

Da ist zum Beispiel Adelina St. Clair, die sich eine „christliche Hexe“ nennt („The path of a Christian witch“, Woodbury 2010), Foren, die sich „GoddessChristians“ nennen, Gemeinden, die „Herchurch“ heißen und damit keineswegs die „Mutter Kirche“, Mater Ecclesia, in traditioneller christlicher Definition meinen, sondern die lebendige Göttin. Da sind die alternativen Wallfahrten nach Rennes-le-Château und die damit verbundenen Glaubenserfahrungen sowie den daraus erwachsenen Konsequenzen für den Glauben, von denen Anna Fedele in „Looking von Mary Magdalene“ (Oxford 2013) berichtet, und bei denen es hauptsächlich um Maria Magdalena als verehrte Heilige und Göttin geht - mit all den Konflikten zum alteingesessenen Christentum, die sich daraus ergeben. Da finden wir „Quagans“ - heidnische Quäker, deren Religion Elemente der Göttin-Spiritualität beinhaltet, und christliche Geistliche, die Rituale aus dem Wicca-Glauben im Gottesdienst zulassen, oder Pilger, die Maria Magdalena Menstruationsblut opfern. Und da gibt es viele brave Kirchgänger, die ebenso an Zeremonien der Großen Mutter in gnostischen oder heidnischen Kreisen teilnehmen, einfach deshalb, weil sie sich nach der Großen Mutter sehnen, die in der Kirche fehlt! Die meisten dieser neuen Bewegungen beinhalten den Glauben, dass Maria Magdalena die Frau von Jesu war, und aus dieser Sichtweise heraus auch eine Göttin.

Vereinfacht gesagt, unterteilen sich die jeweiligen Strömungen in „Revisionisten“ (Revisionists) und „Erneuerer“ (Renovationists). Während Erstere behutsam versuchen, eher geschlechtsneutrale Begriffe für die Gottheit zu kreieren, betonen Letztere mehr die Weiblichkeit Gottes. Dies ist auch sehr vonnöten und, wenn wir ehrlich sind, ein geradezu natürlicher Ausgleich für die jahrtausendelanger Überbetonung männlicher Götterbilder. Denn eine ruhige Lage, um nicht zu sagen Frieden, entsteht nur dann, wenn beide Seiten der Waage gleich schwer gefüllt, also gleichberechtigt sind. Auf dem Weg dorthin gehört es dazu, dass die Muttergöttin sich wieder ihren Platz in den Herzen der Menschen und auch in der Kirche erobert, und der Vatergott dafür so weit als nötig weicht - so lange, bis beide Seiten Gottes ausgeglichen sind und in Harmonie wirken können. Deshalb ist es ganz besonders erfreulich, dass man endlich anfängt, sich von den alten, falschen Vatergöttern und ihren Anhängern, die weitaus genug Schaden angerichtet und Leid über die Menschen gebracht haben (und dies noch immer tun), abzuwenden beginnt.

Neben Revisionisten und Erneuerern gibt es auch die so genannten Revolutionäre, welche eine weibliche Dominanz anstreben, und neuheidnische Elemente in die christliche Religion eingliedern. Dies ist - das muss betont werden - nur dann und nur so lange erforderlich, wie das Göttlich-Weibliche unterdrückt wird und unterrepräsentiert ist. Es geht nicht darum, alte heidnische Göttinnen wieder zu verehren, sondern in erster Linie die Göttlichkeit der christlichen Göttin zu erkennen, welche in ihrer irdischen Inkarnation den Namen Maria Magdalena trägt, auf einer höheren Ebene Sophia heißt, und auf der höchsten Ebene die Ruachmutter genannt wird. Denn mit dem Erscheinen von Maria Magdalena und Jesus Christus kamen Nächstenliebe und Empathie in die Welt - menschliche Eigenschaften, dessen Bewusstsein ganz besonders von dem Göttlichen Paar erweckt wurde, und die sich nicht wie erwünscht auswirken konnten, weil die Verdrängung der weiblichen Seite die erforderlichen Entwicklungen in den Kirchen bislang weitestgehend blockierte.

Lange Jahre hat die feministische Theologie (Thealogie) und Matriarchatsforschung - und damit Frauen - die Vorarbeit geleistet und selbst eine besondere Entwicklung durchgemacht, bis nunmehr die Zeit erreicht ist, in der sich nicht nur Frauen, sondern auch Männer der neuen Religion der Großen Mutter öffnen. Es sind Männer wie ich, die in den Spuren Göttin wandeln, erfüllt von Sehnsucht nach ihr, und genau deshalb einen bestimmten Mann als Vorbild haben - Jesus! Nicht der Jesus in christlicher Auffassung, der sich angeblich opferte, sondern der frauenfreundliche Jesus, der Sohn der Großen Mutter, der IHR den Weg bereitet. Denn dies war seine wahre Aufgabe, und die Blüte dieser Vorarbeit beginnt sich nun zu entfalten, in all den Beispielen, die ich genannt habe, um in absehbarer Zeit zu der neuen Religion des Planeten Erde zu wachsen. Wer es fassen kann, der fasse es!

FRIEDE ÜBER ALLE GRENZEN, LICHT UND LIEBE!



Familiengrab in Jerusalem deutet auf verheirateten Jesus hin

Im Südwesten Jerusalems existiert eine umfangreiche Gruft mit mehreren Kammern, die so genannte Talpiot-Gruft. Bei dieser handelt es sich um ein Familiengrab, das bereits 1980 entdeckt wurde, und auf einem Ossuar finden sich die Inschriften folgender Namen:

– Jesus, Sohn des Joseph

– Mariamne Mara

– Maria

– Jose(ph)

– Judah, Sohn des Jesus

– Matia (Matthäus)

Eine solche Konstellation spricht sehr dafür, dass hier die Gebeine von Jesus und seiner Frau Mariamne ruhen, dazu die seiner Mutter, sowie zweier Söhne namens Joseph und Judah plus eines Verwandten namens Matthäus. Dazu kommt, dass ein aus dem Grab verschwundenes Ossuar auch einem Jakobus zugeordnet wird, und Jakobus war der Name des Bruders von Jesus Christus. Der Wissenschaftler Arye Shimron, der rund 150 chemische Tests durchführte, ist nach seinen Analysen davon überzeugt, dass Jesus Christus verheiratet war und mit seiner Frau in einer Familiengruft bestattet wurde.

Die besagten Zusammenhänge sind natürlich sehr brisant, denn a) handelt es sich bei dieser Mariamne natürlich um niemand anders als um Maria Magdalena, hier unter einer Namensvariante, wie wir sie vor allem aus den gnostischen Evangelien kennen, und b) wenn wir hier tatsächlich die sterblichen Überreste von Jesus und Maria vor uns haben, so können diese nicht, wie uns die Kirchen weismachen wollen, mit ihrem Leib in den Himmel aufgefahren sein! Denn laut den Dogmen der Römisch-Katholischen Kirche und der Ostkirche wurden sowohl Jesus als auch seine Mutter Maria mit ihrem irdischen Leib in den Himmel aufgenommen. Den Lehren der Römisch-Katholischen Kirche wie auch der Ostkirchen würde damit jegliche Grundlage entzogen.

Aus diesen Gründen werden von gewissen Autoritäten diese Erkenntnisse vehement bestritten, doch Simcha Jacobovici und Charles R. Pellegrino („The Jesus family tomb“, Harper 2008) zufolge beweisen die Mikroskopanalysen, dass die chemische Zusammensetzung der entnommenen Proben durchaus für die besagte familiäre Identität spricht. Bei in der näheren Umgebung gefundenen Ossuarien war man sehr schnell dabei, diese biblischen Personen zuzuordnen, so im Falle von Kaiphas und Simon von Kyrene, doch wenn es um die Familie Jesu geht, zögert man, trotz des gleichen Alters und der unmittelbaren Nähe der Fundorte. Denn was nicht in den Glauben gewisser Leute passt, darf nun mal nicht sein...

Weitere Infos hier:

Jerusalem Post

Focus



Buch "The Lost Gospel" erschienen

Die Erzählung von "Joseph und Aseneth" enthält Zündstoff:

Eine Historie von Jesus und Maria Magdalena?

Vor kurzer Zeit erschien das Buch The Lost Gospel.Decoding the Sacred Text That Reveals Jesus' Marriage to Mary the Magdalene“ von Simcha Jacobovici und Barrie Wilson. Es vertritt die These, dass die Erzählung von Joseph und Aseneth in Wahrheit eine historische Geschichte über Jesus Christus und Maria Magdalena in gnostischem Gewand ist! Dementsprechend kontrovers sind die Reaktionen: Sachliche Besprechungen von Befürwortern, Beschimpfungen von Gegnern...

Eine ausführliche Besprechung auf GCMM samt Links zum Buchhandel finden Sie hier!

Links zu weiteren Reaktionen nachfolgend:

Margaret Starbird: Review of "The Lost Gospel"

Carol E. Parish: Did Jesus Marry and Have Children?

James Tabor: “The Lost Gospel” A New Take on Jesus and Mary Magdalene

idea: "Fünftes Evangelium": Neues Jesus-Buch enthält „haltlose Spekulationen“

idea: Bald ist Weihnachten und schon wieder die alten Lügen über Jesus.

Robert Cargill: Review of "The Lost Gospel" by Jacobovici and Wilson

Simcha Jacobovici: It begins!

Daily Mail: Is this proof Jesus married and had two sons?

Sensationsfund in Magdala

Sensationelle Entdeckung in Magdala, der Heimatstadt von Maria Magdalena! Wie diverse Autoren berichten, gruben die Archäologen vor einiger Zeit (2009) einen großen Kultstein aus. Er ist mit Symbolen übersät und soll der Rest einer Synagoge aus dem 1. Jahrhundert sein! Eines der Symbole ist der Siebenarmige Leuchter (Menorah), das alte Symbol des Judentums, Vorläufer des Davidsterns. Wahrscheinlich handelt es sich um ein Gotteshaus, welches bereits Maria Magdalena und Jesus aufgesucht hatten. "Von dem Stein geht eine große Kraft aus", sagen Alle, die in seine Nähe kommen. Das Gelände wurde abgeriegelt.

Näheres siehe unter:

Johannes Gerloff: "Antike Synagoge in Magdala gefunden" (Israel-Netz v. 14.09.09)

Erich Läufer: "Jahrhundertsensation in Magdala am See Gennesaret: Archäologen legen am Westufer eine Synagoge aus der Zeit Jesu frei" (Heilig-Land-Verein, 2009)

Erwähnung findet der Fund auch im Artikel "Magdala" des Magdala Centers

About the "Magdala Stone" in English language here!

Der so genannte Magdala-Stein
Der so genannte Magdala-Stein

Neue katholische Attacke auf das "Evangelium der Frau Jesu"

Nachdem vor kurzem die erfreuliche Nachricht vermeldet werden konnte, dass das Evangelium der Frau Jesu (EvFJ) authentisch ist (siehe hier), fährt die konventionelle christliche Kirche, hier in Gestalt der Münsteraner Altertumsforscher, insbesondere ihres Gastforschers Christian Askeland, nun einen neuerlichen Angriff auf das ungeliebte kleine Dokument mit der großen Bedeutung (ausführlicher Artikel siehe hier).

Die Argumentation lautet im Wesentlichen, dass das EvFJ ein Teil eines Pseudo-Johannes-Evangeliums, d. h. einer Fälschung sein soll - und damit ebenfalls als eine solche anzusehen sei. Aber stimmt dies tatsächlich? Ein kurzer Blick auf einige Fakten widerspricht Askelands These klar:

a) Tinte. Askeland konstatiert, dass die Tinte des EvFJ jener des PsEvJoh "anscheinend ähnlich" sei. Die Analyse jedoch, welche genau die beiden besagten Dokumente miteinander vergleicht, und die auf der Webseite von Harvard zu finden ist (Yardley, James T.; Hagadorn, Alexis: Characterization of the chemical nature of the black ink in the manuscript of The Gospel of Jesus's Wife through micro-raman spectroscopy, In: Harvard Theological Review 107:02, April 2014, S. 162-164) widerspricht dem in aller Deutlichkeit: Die im EvFJ verwendete Tinte ist der im PsEvJoh benutzten Tinte ähnlich, unterscheidet sich aber von dieser (Yardley/Hagadorn S. 164).

b) Handschrift. Es existiert bislang noch keine paläographische Analyse, welche das EvFJ mit dem Fragment des PsEvJoh miteinander vergleicht. Doch selbst wenn die Handschriften einander ähneln oder gar dieselbe wären, so bedeutet das noch lange nicht, dass EvFJ eine Fälschung ist, denn es gibt sehr viele unterschiedliche Schriftwerke, die von ein und demselben Schreiber kopiert wurden.

c) Papier. Auch zum verwendeten Papier gibt es noch überhaupt keine Analyse. Wie kann man eine solche Behauptung aufstellen wie Askeland ohne diesbezügliche Untersuchungsergebnisse? Alles andere als seriös!

d) Zeilenumbrüche. Wenn das EvFJ ein Teil des PsEvJoh (Edition Thompson) gewesen wäre, müssten auch die Zeilenumbrüche jeweils dieselben sein wie dort. Vergleicht man aber die verschiedenen Fundstücke, so sieht das schon für das ungeübte Auge nicht unbedingt so aus. Siehe hierzu auch den Artikel von Simcha Jacobovici. Doch selbst wenn die Zeilenumbrüche identisch wären, besteht immer noch die Möglichkeit, dass sie vom Original oder einer früheren Abschrift des EvFJ abgeschrieben und auf diese Weise ins PsEvJoh eingefügt wurden.

e) Dialekt und Datierung. Der Dialekt des PsEvJoh-Fragments ist ein im 6. Jahrhundert ausgestorbenes Koptisch, doch die vorliegende Abschrift des EvFJ stammt frühestens aus dem 7. Jahrhundert. Nun kann man freilich nicht hundertprozentig sicher sein, ob der Dialekt nicht auch im 7. Jh. verwendet wurde. Jacobovici weist darauf hin, dass Aramäisch, offiziell ausgestorben, selbst heute noch in einigen Dörfern Syriens gesprochen wird. Aber soll das ein Beweis für eine Fälschung sein? Beileibe nicht!

f) Bei dem PsEvJoh-Fragment handelt es sich nicht um eine exakte Kopie des Manuskripts, dass wir in der Thompson-Edition vor uns haben. Es gibt Unterscheide, wie die verwendete Präposition EBOL auf der einen Seite anstelle der Präposition ABAL auf der anderen.

Alles in allem ist die Beweisführung der Münsteraner Altertumsforscher mehr als unzureichend, sondern vielmehr hastig zusammengeschustert in der eindeutigen Absicht, das EvFJ - einen möglichen Beweis für einen verheirateten Jesus - zu diskreditieren. Solide Forschung kräht nicht eilig einige Behauptungen in die Welt, sondern wartet erst einmal weitere Untersuchungsergebnisse ab und baut auf dieser Basis eine entsprechende These auf!

Wissenschaft bestätigt: Das „Evangelium der Frau Jesu“ ist keine Fälschung!

Laut haben die Vertreter der konventionellen Kirchen aufgeschrien, als das kleine, nur visitenkartengroße Dokument mit dem brisanten Inhalt ans Licht der Öffentlichkeit kam: „Fälschung! Fälschung!“ Denn es wollte einfach nicht in ihre Dogmen und Lehren passen, dass Jesus verheiratet gewesen sein könnte. Doch nun hat die Wissenschaft bestätigt: Das so genannte Evangelium der Frau Jesu ist authentisch! Und damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Jesu eine Frau hatte, zumindest aber, dass es einen diesbezüglichen Glauben gab. Näheres dazu hier!

Vernunft eingekehrt

Na also, geht doch! Bei der Harvard Theological Review ist nun - nach großem Druck von Seiten der Öffentlichkeit - endlich Vernunft eingekehrt. Mit über einem Jahr Verspätung hat sie nunzähneknirschend den Artikel von Karen King über das "Evangelium der Frau Jesu" in ihrer April-Ausgabe 2014 veröffentlicht - und dazu noch einige Analysen zu dem Papyrus.

Angst vor der Wahrheit?

Letztes Jahr schrieb die amerikanische Hochschulprofessorin Karen King, von der auch einige sehr gute Bücher stammen, einen bemerkenswerten Aufsatz über das so genannte "Evangelium der Frau Christi". Dabei handelt es sich um einen archäologischen Fund aus frühchristlicher Zeit, aus dem hervorgeht, dass Jesus verheiratet war, wahrscheinlich mit Maria Magdalena (siehe hierzu auch das entsprechende Kapitel in meiner eigenen Arbeit http://gcmm.jimdo.com/meine-b%C3%BCcher/die-g%C3%B6ttin-des-christentums-maria-magdalena/). Nun, besagter Aufsatz von King sollte Anfang des Jahres in der renommierten Harvard Theological Review erscheinen. Jetzt aber macht man dort einen Rückzieher. Anscheinend ist einigen Verantwortlichen dort dieses brisante Thema doch sehr unangenehm. Gedanken und Fakten über die Hintergründe hierzu - und auch ein Link zu King's Arbeit - finden sich hier:

Is the Harvard Theological Review a Coward or Did Dr. Karen King Do Something Wrong?

Das Evangelium nach Maria ist rekonstruiert

In den letzten Wochen erreichte uns eine echte Sensation aus den USA: Das Evangelium nach Maria, ein Text aus Nag Hammadi, bislang nur fragmentarisch erhalten, wurde rekonstruiert und ins Englische übersetzt, und zwar von dem amerikanischen Wissenschaftler Robert M. Price! Ich habe den Text ins Deutsche übertragen und veröffentliche ihn hier nebst einigen Zusatzinformationen exklusiv auf meiner Homepage.

Zum neuen "Evangelium nach Maria"

Dokument-Fund in England

Soeben bekam ich faszinierende Neuigkeiten von der Yahoo-Gruppe "GoddessChristians":
Margaret Starbird schreibt dort, dass Dr. Barrie Wilson und Simcha Jacobovici an einem Dokument aus dem 2.-3. Jahrhundert arbeiten, welches in England(!!!) gefunden wurde, und aus dem hervorgeht, dass Maria Magdalena die Ehefrau von Jesus war!! Sie waren nach Britannien geflohen, weil das Leben ihrer Kinder bedroht wurde - dieselbe Hypothese, die Margaret in "Die Frau mit dem Alabasterkrug" aufstellte (vgl. auch Laurence Gardner, "Hüterin des heiligen Gral", und nicht zuletzt meine eigene Arbeit

Die Göttin des Christentums: Maria Magdalena
Die Veröffentlichung des Buches von Wilson/Jacobovici ist zunächst für April 2014 angesetzt, kann sich aber verzögern. Mehr Informationen bei The lost Gospel. Decoding the Sacred Text That Reveals Jesus' Marriage to Mary Magdalene

Hinweis. Die Veröffentlichung wurde nun auf November 2014 verlegt. Weitere Formate bei Amazon siehe hier.